Leistungssport

Leonardo, Abhi, Jana & Jana – auf der Europameisterschaft

Vom 01.08.-11.08. finden in Bratislava (Slowakei) die Jugend-Europameisterschaften statt. Die bayerische Fahne halten Abhi Arora (U10), Leonardo Costa (U12), Jana Bardorz (U16w) und Jana Schneider (U18w) hoch. Begleitet werden sie von der deutschen Delegation mit 40 Teilnehmern und einigen Trainern wie unserem D4-Kadertrainer GM Michael Prusikin.

Momentan führt Jana Schneider in der U18w das Teilnehmerfeld mit 3/3 an.

Informationen und Ergebnisse sind auf den folgenden Webseiten zu finden:
http://www.eycc2019.eu/
https://www.schachbund.de/jugend-em-2019.html

Wir wünschen Abhi, Leonardo, Jana und Jana viel Erfolg beim Turnier und eine schöne Zeit in Bratislava!

U8 Lehrgang der BSJ

Liebe Eltern unseres Nachwuchses,

nachdem wir dieses Jahr den Schritt der ersten offiziellen bay. U 8 JEM im September in Vorra  gehen, wollen wir in diesem Bereich unsere Aktivitäten weiter verstärken.

Wir planen vom 25. bis 27. Oktober in Bechhofen (Mfr.) einen Lehrgang für 6 – 8 Talente bis Jahrgang 2012. Für diesen Lehrgang könnten wir einen erfolgreichen Trainer gewinnen. Unser langjähriger Kadertrainer FM Günther Wachinger (bekannt durch „Schach ohne Grenzen“) wird aus seiner Wahlheimat nach Franken reisen und von Freitag  Abend bis Sonntag  Mittag mit den Kindern ein schachliches Wochenende verbringen.

Folgende Merkmale deuten auf ein Talent hin:

  • schablonenfreies Denken
  • Kreativität
  • schnelles Auffassungsvermögen
  • gute Visualisierung
  • Schachbegeisterung
  • „leuchtende Augen“.

Falls ihr der Meinung seid,  euer Kind sollte dabei sein schickt bitte eine aussagekräftige Bewerbung an: leistungssport@bayerische-schachjugend.de

Falls zu viele Anfragen eingehen seid bitte nicht traurig, wenn ihr nicht dabei sein könnt.

Klaus Böse, Ref. f. LS BSB / BSJ

Mannschaftseuropameisterschaft: Jana Schneider wird Vizemeisterin (U18w), Leonardo Costa (U12) wird 7.

Jana Schneider wird im Team mit Annmarie Mütsch Vizeeuropameisterin der U18w und berichtet hier von ihrem tollen Erfolg​ mit Partieanalyse!

Alle Jahre wieder findet das große Open in Pardubice, Tschechien, statt. In diesem Bericht soll es aber nicht um das gerade laufende Open gehen, sondern um eines der zahlreichen anderen Turniere im Rahmen des Festivals. Um die Mannschaftseuropameisterschaft U18w, die dieses Jahr vom 11.-18. Juli in besagtem Pardubice stattfand.
Dieses Turnier ist jedes Jahr in einem anderen europäischen Land, letztes Jahr in Deutschland, Bad Blankenburg. Neben den Kategorien U18 und U18w wird auch die U12 und U12w ausgetragen. Dabei wird in der “open section”in Vierermannschaften gespielt, bei den “girls” in Zweierteams mit bis zu einem Ersatzspieler. 7 Runden, jeweils um 15 Uhr (außer die letzte um 9 Uhr früh) wurden an relativ entspannten 7 Tagen in der großen Eishockeyhalle gespielt. Neben dieser Europameisterschaft fanden zeitgleich unter anderen auch ein Teamschachevent, ein Blitzmarathon über 24 Stunden und diverse andere Brettspielturniere, von denen ich leider von einigen nicht einmal die groben Regeln kann, wie Go, Shogi, Backgammon, Dame oder Bridge statt. Nach meinen Schachpartien habe ich ab und zu bei anderen Brettspielen zugeschaut, wobei mich da eher Dame und Backgammon interessiert haben, da kenne ich wenigstens die Grundlagen.

Annmarie Mütsch, Tatjana Melamed (Trainerin), Jana Schneider

Meine eigenen Partien habe ich in der U18w am zweiten Brett für Deutschland gespielt. Zu meinem, an 3 gesetzten, Team gehörte noch Annmarie Mütsch, mit der ich mir auch ein Hotelzimmer geteilt habe. Hotel Labe, in dem wir untergebracht waren, kann ich eher nicht weiterempfehlen, aber mit der Zeit gewöhnte ich mich an die altmodisch eingerichteten Zimmer. Die Aufzüge, bei denen jede Fahrt zu einem holpernden Erlebnis wurde. (Ich habe mit Annmarie ausgemacht, wenn ich verliere, laufe ich die Treppen bis zum achten Stock hoch. Musste ich dann zum Glück nie machen!). Das Wlan, welches ausschließlich in der Lobby einigermaßen funktionierte.


Nach drei Tagen Vorbereitungslehrgang in Bad Blankenburg mit IM Davit Lobzhanidze waren wir bereit für die Mannschaftseuropameisterschaft. Nach sieben Stunden Busfahrt kamen wir am 11. Juli in Pardubice im Hotel Labe an, zur Eishockeyhalle immerhin nur ca.10 Minuten Fußweg und von meinem Zimmer aus konnte man sie durch das Fenster sehen. Direkt nebenan auch ein Einkaufszentrum. Am 12. Juli begann das Turnier für mich mit der ersten Runde gegen Tschechiens erste Mannschaft. Als Gastgeber hatten sie in der U18w insgesamt drei Teams am Start. Annmarie und ich erreichten, abgesehen von Runde 3, immer dasselbe Endergebnis, Achtung Spoiler, wir gewannen jedes Mal 1,5-0,5. Wer dabei den ganzen und wer den halben Punkt machte, da wechselten wir uns ab. Hauptsache nicht beide Remis. Funktionierte gut in den ersten beiden Runden gegen Tschechien 1 und Weißrussland. Kleiner Schock für mich in der zweiten Runde: Ich hatte eine andere Gegnerin, als gegen die ich mich vorbereitet hatte. Wie sich später herausstellte, werden auf chess results bei “Team Composition with round-results” nur die Spielerinnen angezeigt, die schon gespielt haben, also keine Ersatzspielerin. Deswegen waren wir uns sicher, dass Weißrussland ohne Ersatzspielerin antrat, hatten sie aber doch. Also machte ich mit unserer Trainerin und Betreuerin WGM Tatjana Melamed, welche ich gut kenne (Sie spielt unter anderem mit mir in Bad Königshofen in der Frauenbundesliga…), Spezialvorbereitung. Damit gewann ich nach einem Erstrundenremis meine erste Partie in diesem Turnier. Auf dem Weg zur dritten Runde gegen die topgesetzte Mannschaft ECU-Pleven alias Bulgarien 1 wurden wir von einem Regenschauer überrascht und kamen trotz kurzem Weg ziemlich durchnässt beim Spielsaal an. Immerhin waren wir relativ bald wieder getrocknet und ich stand gegen Gabriela Antova, mit der ich von der Europameisterschaft 2017 noch eine Rechnung offen hatte (damals konnte ich eine gewonnene Stellung nicht gewinnen), schnell auf Gewinn. Nachdem ich sie mit der Eröffnung überrascht hatte, überraschte sie mich mit einem einfachen Überseher, der sie eine Figur und die Partie kostete. Annmarie revanchierte sich leider, indem sie gegen die Nummer 1 der U16 Weltrangliste Nurgyul Salimova in leicht besserer Stellung einen Bauern verlor. 1-1 kein schlechtes Ergebnis, aber da war mehr drin. Trotzdem konnte sich geteilter erster Platz sehen lassen, den wir bis zum Schluss halten konnten. Nächste Runde gegen das zweite Team von Bulgarien, ECU Sofia, an 2 auch vor uns gesetzt, das wir mit dem bekannten Ergebnis besiegen konnten. Hier meine Partie gegen Beloslava Krasteva (2327 ELO).

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.e3 0-0 5.Ld3 d5 6.cxd5 [ 6.Sf3 ist der Hauptzug ] [ 6.Sge2 dxc4 Diese Variante will sie umgehen, indem sie vor Sge2 auf d5 nimmt 7.Lxc4 c5 ] 6…exd5 7.Sge2 Schwarz versucht hier mit allen Mitteln den weißen Plan f3 und e4 durchzudrücken, zu verhindern. 7…Te8 8.Ld2 c5 9.a3 Lxc3 10.Lxc3 c4 11.Lc2 Lg4 12.0-0 Sc6 13.b3 Sa5N Bis hierhin hatte ich alle meine Züge mit Tatjana vorbereitet. Und auch die Neuerung Sa5 habe ich nicht erst am Brett gefunden. 14.Lxa5?! [ 14.b4 hatte ich erwartet und vor der Partie analysiert. Teilweise entstehen hier sehr scharfe Stellungen ] 14…Dxa5 15.bxc4 dxc4 16.f3 Hier habe ich zum ersten Mal in dieser Partie lange nachgedacht. Weil ich mit Tatjana 14.Lxa5 nicht analysiert hatte, ging ich davon aus, dass ich hier besser stehen sollte. Allerdings wollte ich e4 von Weiß nicht zulassen. Schließlich entschied ich mich für 16…Sd5!? aus praktischer Sicht (im Nachhinein) die beste Entscheidung [ 16…Ld7! 17.e4 b5=+ ist wohl objektiv leicht besser für Schwarz, war mir aber am Brett nicht klar ] [ 16…Dg5 17.e4 unklar ] 17.fxg4 der menschlichste Zug [ 17.De1! wäre die beste Fortsetzung gewesen Dxe1 18.Tfxe1 Sxe3 ( 18…Ld7 19.e4+= ) 19.La4! deutlicher Vorteil ] 17…Sxe3 18.Dc1 [ besser ist 18.Db1 Sxf1 19.Lxh7+ Kh8 20.Kxf1 g6 unklar] 18…Dd5!

Nach dem entscheidendem Zug 18…Dd5! kippt die Stellung für Schwarz

[ 18…Sxf1 Diese Stellung hatte ich bei 16…Sd5 angestrebt und sie als besser für mich eingeschätzt. Aber als die Stellung auf dem Brett war, erschien mir Dd5 noch stärker 19.Kxf1 Tad8 deutlich besser für Schwarz ] 19.Tf2 [ 19.Tf3? Sxc2 20.Dxc2 Txe2 21.Dxe2 Dxd4+-+ ] 19…Sxg4 20.Tf4 [ 20.Tf5 Dd6 21.Df4 Dxf4 22.Sxf4 Se3 23.Tc1 Sxf5 24.Lxf5 deutlicher Vorteil, nicht einfach zu finden und immer noch klar besser für Schwarz ] 20…Txe2 21.Txg4 h5! stellt Weiß vor unlösbare Probleme. der weiße Turm g4 ist überlastet 22.Tg3 [ 22.Dd1 hxg4 23.Dxe2 Dxd4+ ] 22…Dxd4+ 23.Kh1 Txc2 Nach eineinhalb Stunden führten wir so gegen ECU Sofia/Bulgarien 2 und konnten dieses Schlüsselmatch mit 1, 5-0,5 für uns entscheiden

0-1

 

Thomas Strobl (Schiedsrichter aus Mittelfranken) mit Metallscanner

In den letzten drei Runden gewannen wir gegen MS Region, das tschechische Team der Region, Polen 1 und Rumänien. Mit 13-1 Mannschaftspunkten mussten wir uns trotz alledem mit Platz 2 begnügen, da ECU Pleven ebenso alle Mannschaftskämpfe nach uns gewinnen konnte und eine bessere Olympia-Sonneborn-Berger-Wertung vorzuweisen hatte. Auf dem 3. Platz landete mit 9-5 Mannschaftspunkten die Slowakei.
Annmarie und ich haben beide ein super Turnier gespielt. Ich erzielte 5,5/7 und war damit das beste Brett 2 des Turniers, allerdings wurden in diesem Jahr leider keine Brettpreise vergeben. Annmarie machte 4,5/7 und hatte damit auch ein ELO plus zu verbuchen.
Noch ein paar Worte zu den anderen deutschen Mannschaften: Die U12 Mädchen erreichten Platz 5, die U12 Jungen mit u.a. dem bayrischen Leonardo Costa (SK München Südost) wurden 7. Die U18 Jungen gewannen mit 12-2 Mannschaftspunkten und nur einer Niederlage gegen Österreich den ersten Platz und holten für Deutschland die Goldmedaille. Damit haben sie uns Mädchen etwas die Show geklaut, aber diesen 1. Platz auch mehr als verdient mit Siegen gegen Weißrussland, Niederlande, England, Israel, Slowakei und Serbien.
Außerhalb vom Schachbrett haben wir an der vom Veranstalter organisierten Stadtführung teilgenommen, bei der wir doch auch einige interessante Fakten über Pardubice erfahren haben. Oft sind wir zum Marktplatz spazieren gegangen, haben Kartenspiele gespielt und am letzten Tag noch Fußball. Der Spielplatz neben dem Hotel war bei der U12 sehr beliebt, ob sie mehr Zeit dort oder am Schachbrett verbracht haben, soll hier nicht beantwortet werden. Am letzten Abend sind wir mit der gesamten deutschen Delegation Pizza essen gegangen und haben auf uns angestoßen und auf ein erfolgreiches Turnier.
Abschließend möchte ich noch sagen, dass das ganze Turnier wirklich gut organisiert war, es ist teilweise zwar lauter als bei reinen Schachturnieren, man hört teilweise die Backgammon und Dame Steine klappern und die Blitzmarathon – Läufer auf die Uhren hauen, aber wenn man in Gedanken auf seine Partie konzentriert ist, stört das nicht wirklich. Vielleicht spiele ich in den nächsten Jahren auch mal das Pardubice Open mit, denn es ist echt schön dort mit vielleicht keiner atemberaubenden Altstadt, aber einer entspannten Atmosphäre, leckerer Pizza und einer großen Schachveranstaltung, die sogar im Tourist Guide angepriesen wird. Außerdem kann ich noch die Lebkuchen empfehlen, für die Pardubice bekannt ist, sind lecker und auch tolle Souvenirs.

von Jana Schneider, leicht redaktionell bearbeitet, Bilder von Bernd Vökler (Bundesnachwuchstrainer)

Leonardo Costa

Leonardo Costa spielte am 2. Brett für Deutschland in einer Vierermannschaft in der U12. Bei den Jungen traf die Elo-Vorhersage fast genau ein, denn die drei Favoriten Polen, Frankreich und Ungarn machten souverän die Medaillen unter sich aus. Deutschland spielte im Rahmen der Erwartungen.

Weitere Turnierinformationen und Bilder findet ihr unter folgenden Links auf der Homepage des DSB und bei Chess-results:

https://www.schachbund.de/news/ueberragende-u18-mannschaften-in-pardubice.html

http://chess-results.com/tnr450723.aspx?lan=0 (U18 Mädels)

http://chess-results.com/tnr450724.aspx?lan=0&art=20&turdet=YES&flag=30&snr=4 (U12 Jungs)

Neue Kader 2019 / 20

Liebe Jugendliche,

die neuen Kader für 2019/20 stehen nun fest.

Kader 2019_20 männlich

Kader 2019_20 weiblich

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen ausscheidenden Jugendlichen für die gute Zusammenarbeit bedanken und euch alles gute für die schachliche Zukunft wünschen.

Die neuen Kaderanschreiben gehen (wenn mir alle neuen Adressen vorliegen) Ende Juli / Anfang August raus.

Im Herbst geht es dann wieder mit den beiden ersten Lehrgängen in Vorra los:

D2-D4 18.10.2019 20.10.2019
D1 / TaSi 25.10.2019 27.10.2019

Klaus Böse, Ref. f. LS

D1-Kader: Heißer Lehrgang zum Saisonende

Am Wochenende kamen 35 Kinder und einige Eltern zum letzten D1(/TaSi-Lehgang ins Schullandheim Vorra bei Nürnberg. In vier Gruppen wurden sie von den Trainern Lena Antczak und Constantin Blodig (beide Kelheim), Hans Brugger (Marktoberdorf), Jens Hermann (Bamberg)  und Johannes Pfadenhauer (Bindlach) intensiv unterrichtet. Aufgrund der Hitze wurde teiweise bereits früh um 7 mit den ersten Trainingseinheiten gestartet, damit es am Nachmittag etwas entspannter zugehen konnte. Jedoch ließen die Kinder auch dann nicht nach, das Fußball-, Tischtennis und Schnellschachturnier waren heiß umkämpft, sodass am Ende gleich sechs Spieler mit gleichwertiger Punktzahl auf dem Podest standen.

Außerdem wurden einige (anwesende) Kinder für ihr erfolgreiches Abschneiden bei der RAPID-Serie  und der DJEM geehrt. Die Siegerehrung nahmen der Vizepräsident des BSB Ingo Thorn und der 2. Vorsitzende der BSJ Hans Brugger vor.

Die Sieger des Schnellschachtuniers
Ehrung der erfolgreichsten Spieler der DJEM und RAPID-Serie.

DJEM Willingen 2019 – Jedes Jahr wieder ein tolles Erlebnis

Vier Bayern haben es auf der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft auf’s Treppchen geschafft. Jana Bardorz gewann Gold in der U16, Leonardo Costa (U12), Cédric Oberhofer (ODJM A) und Eric Navarro Jahnke (ODJM C) erzielten Silber.

Jetzt berichten sie über ihre Erfolge, die Meisterschaft und ausgesuchte Partien.

DJEM Willingen 2019 – Jedes Jahr wieder ein tolles Erlebnis

Alljährlich findet in den bayerischen Pfingstferien die Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft, kurz DJEM, im Schach statt. Zu jeder Zeit eines der beeindruckendsten Turniere im Turnierkalender. In einem gut organisierten Turnier wird in den geschlossenen Altersklassen U10 bis U18, U10w bis U18w und in der offenen U25 jeweils um den deutschen Meistertitel gespielt. Für die geschlossenen Altersklassen müssen sich die bayerischen Kinder und Jugendlichen auf der Bayerischen Jugendeinzelmeisterschaft qualifizieren, die alljährlich in den Osterferien in Bad Kissingen (Jungen) und Spalt (Mädchen) stattfinden. Die U25 ist in drei Gruppen, nach den jeweiligen Wertungszahlen der Schachspieler/innen aufgeteilt. Für Mitreisende und Trainer gibt es die Möglichkeit den Dabei-Cup zu spielen, der parallel zu den Runden stattfindet.

Die Unterbringung und der Spielort sind wie jedes Jahr das Sauerland Stern Hotel in Willingen, welches hervorragende Bedingungen bietet. Neben gutem Essen, bietet das Hotel eine kleines Schwimmbad und Sauna, während das örtliche Schwimmbad und Kino nicht weit entfernt sind. Nicht zu vergessen ist die Freizeithalle die jedes Jahr von der deutschen Schachjugend aufgebaut wird, mit Fußballkäfig, Tischtennisplatten, Kicker und zahlreichen Gesellschaftsspielen.

Außerdem werden Großmeistersimultane, Vorträge und Ausflüge zu den Attraktionen in der Umgebung angeboten. Für jeden sollte also etwas dabei sein.

Die deutschen Meisterschaften wurden am Vorabend der ersten Runde, wie jedes Jahr mit einer spektakulären Eröffnungsfeier eröffnet, in der auch die besten Jugendspieler des Vorjahres geehrt wurden und unter anderem der goldene Chesso verliehen wurde.

Dann ging es auch schon los. Alle Altersklassen spielen jedes Jahr zuschauerfreundlich in einem großen Turniersaal.

Aber nun zum Schachlichen. (von Cédric Oberhofer)

 

Jana Bardorz – Deutsche Meisterin U16w

Siegerehrung U16w – Jana Bardorz holt Gold

Die diesjährige DJEM war, wie auch die letzten Jahre (meine 5. Teilnahme), wieder ein gut organisiertes Mega-Turnier mit interessantem Rahmenprogramm, sehr guten Spielbedingungen und spannenden Partien. Ich bin in das Turnier sehr gut gestartet und war selbst überrascht, dass ich nach 5 Runden immer noch 100% hatte, was mir erst einmal einen guten Vorsprung brachte.

Nach zwei Remis und einer Niederlage ist das Feld wieder zusammengerückt, so dass die letzte Partie sehr spannend werden sollte. Zudem kam es noch zu einem Bayernduell, das sehr umkämpft war.

Insgesamt bin ich zufrieden mit meinen Partien und glücklich über das Endergebnis.

Einen ausführlichen Bericht gibt es auf der Website des TSV Rottendorf

https://www.tsv-rottendorf.de/unser-sportangebot/schach/2782-jugendschach-jana-bardorz-ist-deutsche-meisterin.html

Besonders zufrieden bin ich mit der Partie gegen Amina Fock (3. Runde).

Runde 3: Amina Fock (Berlin) vs. Jana Bardorz: nach 26….Sd3 gab Weiß auf.

Im Mittelspiel verbesserte Schwarz nach und nach seine Stellung und erlangte einen überwältigenden positionellen Vorteil, was die Gegnerin zu einer frühen Aufgabe veranlasste.

Fock, Amina – Bardorz, Jana [C55]

DJEM U16w (3) 10.06.2019

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.d3 b5 6.Lb3 Le7 7.c3 d6 8.0-0 0-0 9.h3 Sa5 10.Lc2 c5 11.Sbd2 Le6 12.Te1 Dc7 13.Sf1 Sc6 14.Sg3 h6 15.Sh2 d5 16.Df3 c4 17.dxc4 bxc4 18.exd5 Lxd5 19.Se4 Se8 20.Dg3 f5 21.Sd2 Ld6 22.Sdf1 e4 23.De3 Se5 24.Dd4 Sf6 25.Se3 Le6 26.g3 Sd3

0-1

 

(von Jana Bardorz)

 

Leonardo Costa – Deutscher Vizemeister U12

Ich finde den Ort Willingen sehr gut, auch die Freizeit (Rodelbahn, Schwimmbad, Freizeithalle). Das Essen war lecker und abwechslungsreich. Das Eröffnungsfeier hat mich auch überrascht.

Man konnte in Willingen nicht nur Schach spielen, sondern im Spieleraum auch z.B. Tischtennis spielen. Der Schachsaal war gut ausgestattet, sogar mit Getränken und Freiluftbereich.

Es gab viele Aktionen, sodass alle Spaß haben konnten.

Ich war motiviert und bin gut ins Turnier gestartet. Danach ließ ich mich in Zeitnot unter Druck setzen, sodass ich von den ersten 6 Runden, eine verlor und zwei Remis machte. Nebenbei habe ich das Blitzturnier mitgespielt und nahm am Freizeitprogramm in der eigens dafür vorhandenen Freizeithalle teil.

Dann standen zwei wichtige Partien an, in denen ich Gas gegeben habe und revanchierte mich gegen Marius Deuer (7. Partie).

Da viele Konkurrenten Remis spielten, hatte ich eine kleine Chance auf die vorderen Plätze und so habe ich nochmal gegen Matteo Metzdorf gewonnen (8. Partie).

Bei der letzten Partie war mir klar, dass ich gewinnen musste, um Deutscher Meister zu werden und wollte eine scharfe Eröffnung spielen. Nach Dd2 merkte ich, dass ich schlecht stand und musste in eine theoretische unangenehme Stellung eingehen. Aber am Ende verlor mein Gegner die Geduld und machte Fehler im Endspiel. Trotzdem konnte ich das vorteilhafte Endspiel nicht gewinnen. Im 45. Zug verpasste ich Txf2, das Turmfangmotiv gehörte ständig zu dieser Stellung dazu, aber ich habe diesen Kandidatenzug irgendwie nicht berücksichtigt. Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Turnier, da die anderen Teilnehmer sehr gut trainiert haben und vorbereitet waren.

Eigentlich hatte ich keine wirkliche schöne Partie, aber ich fand die in Runde 3 am besten da ich bis zum Ende nicht die Kontrolle verloren habe.

Costa, Leonardo (1933) – Guo, Ziming Philipp (1779) [B33]

DJEM (3.2), 10.06.2019 [Leonardo,pc]

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5 6.Sdb5 d6 7.Lg5 a6 8.Sa3 b5 9.Sd5 Le7 10.Lxf6 Lxf6 11.c3 Lg5 12.Sc2 Le6 [ich dachte Le6 wäre ein Fehler und wollte probieren es zu widerlegen]

13.a4 bxa4 14.Txa4 a5 15.Lb5 Ld7 16.Sce3 [I]

16…Lxe3 17.Sxe3 Db8 18.Dd5 Se7 19.Lxd7+ Kxd7 20.Da2 Db5 21.Sc4 Sc6 22.0–0 Ke7 23.Td1 [Jetzt habe ich einfach einen großen statischen Vorteil.]

23…Thd8 24.Td5 Db7 25.h3 [Da3 wäre besser, zu spät bemerkt]

25…Tab8 26.Da3 Db3 27.Sxe5 Sxe5 28.Txe5+ Kd7 [Ich denke Kf8 wäre genauer. Mit folgender Variante: Dxb3 Txb3 Th5!? H6 einziger Ta2 Ta8 oder Tb8 und es wäre sehr schwer zu Gewinnen.]

29.Td5 Dxa3 30.bxa3 Tb3 31.c4 Tc3 32.e5 Ke7 33.Taxa5 Txc4 34.exd6+ Ke6 [ich dachte nach Ende dieser Variante könnte man gewinnen]

35.Te5+ Kf6 36.Tf5+ Kg6 37.Tfd5 Tc6 [Der Gegner hat Remis angeboten]

38.d7 Tc1+ 39.Kh2 Tc7 40.Ta6+ f6 41.Tad6 Ta7 42.Td3 Kf7 43.Kg3 Ke7 44.T6d4 Ta5 45.f4 Ta7 46.Kf3 g6 47.Kg3 [

Meine eigentliche Idee war es, den weißen Bauer auf f5 zustellen, damit der König nicht die Türme mit Ke6 stören kann und dann mit dem König den a Bauern begleiten.] [47.f5 Ta5 48.Td5 Ta4]

Nach 54….Tc7+muss sich Weiß entscheiden, auf welche Seite er seinen König in Sicherheit vor den schwarzen Türmen bringt.

47…Ke6 48.Kf3 Ke7 49.g3 Ke6 50.Ke3 Ke7 51.f5 g5

52.Kd2 Ta5 53.g4 Ta7 54.Kc2 Tc7+ 55.Kd2 [55.Kb2?? Tb8+ (55…Tb7+ 56.Ka2) 56.Ka2 Tc2+ mit Dauerschach!]

55…Ta7 56.a4 Ta6 57.Kc3 Ta7 58.Kb3 Tb7+ 59.Ka3 Ta7 60.Td5 Ta6 61.a5 Tc6 62.Kb4 Ta6 63.Kb5 Taa8 64.Td6 Tdb8+ 65.Tb6 Td8 66.Tb7

remis

(von Leonardo Costa, ergänzt)

Cédric Oberhofer – Deutscher Vizemeister ODJM A

Ich war dieses Jahr das erste Mal zu alt für die U18 und ging daher in der A-Gruppe der U25, an 3. gesetzt an den Start. Durchaus mit Ambitionen auf den Titel musste ich nach meinem Erstrundendsieg, gleich in der zweiten Runde gegen einen nominell schwächeren Gegner meine erste Niederlage einstecken. Danach schaffte ich drei, teilweise sehr schöne Siege am Stück und war wieder in der Spitzengruppe angekommen. Aus den nächsten drei Runden holte ich 2 Punkte aus drei Partien, spielte zweimal Remis und gewann einmal, wobei ich mich bei meinem zweiten Remis in der 8.Runde gerade so dem Partieverlust entkam. Damit stand ich mit 6 Punkten aus 8 Partien, vor der letzten Runde auf Platz 3. Ein Spieler hatte 6,5 Punkte aus 8 Partien und neben mir noch 4 andere 6 Punkte. So stand eine spannende Schlussrunde bevor, in der ich meine Partie überzeugend und mit einem schönen Angriff gewinnen konnte. Zudem verlor der Erste seine Partie gegen den topgesetzten FM Jasper Holtel aus Nordrheinwestfalen. Leider hatte dieser in der Endabrechnung ebenfalls mit 7 Punkten aus 9 Partien, die Nase aufgrund der besseren Feinwertung vorne, wodurch für mich „nur“ der zweite Platz blieb. Trotzdem bin ich mit dieser Platzierung durchaus zufrieden, erreichte ich doch das erste Mal das Treppchen bei einer deutschen Einzelmeisterschaft.

Abgerundet wurde die Meisterschaft noch mit einer glamourösen Siegerehrung am letzten Abend, in welcher die Sieger aller Altersklassen geehrt wurden.

Gratulation an dieser Stelle nochmal an alle deutschen Meister und Medaillengewinner, insbesondere an unsere bayerische Siegerin in der U16w, Jana Bardoz.

Die DJEM war dieses Jahr wieder ein tolles Erlebnis, wie die Jahre zuvor. Besonderes schön an dieser Meisterschaft ist, die Begegnung mit vielen Jugendlichen aus Bayern und aus dem Rest von Deutschland, die alle denselben Sport mit dem Schachspiel verfolgen. Neben Schach gibt es wie oben bereits erwähnt zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Ich würde diese Meisterschaft jeden weiterempfehlen der gerne Schach spielt und werde versuchen auch nächstes Jahr wieder dabei zu sein.

Danke möchte ich an die bayerische Delegation sagen, insbesondere an die Delegationsleiterin Ulrike Pfadenhauer, die alles gut organisiert hat für die bayerischen Nachwuchssportler.

Und an die Trainer vor Ort: Edin Pezerovic, Michael Prusikin, Max Hess, Hans Brugger, Alexander Hilverda und Stefan Scholz, die ihre Schützlinge gut betreut haben.

Oberhofer, Cédric (2243)  –  Terhuven, Patrick (2192) [B34]

ODJEM U25-A Willingen 2019 (9) [Cedric Oberhofer]

Hier ist die nach meiner Meinung meine beste Partie der DJEM 2019 in Willingen. Ich spielte in der offenen Meisterschaft der U25-Jährigen in der A-Gruppe. Es ist die letzte Runde, in der ich gegen Patrick Terhuven vom Krefelder Schachklub die weißen Steine führte. Vor der Runde hatte ein Spieler 6,5 Punkte und mein Gegner und ich waren in einem Verfolgerfeld von 4 Leuten mit jeweils 6 Punkten. Dadurch war mir klar, dass ich die letzte Runde unbedingt gewinnen musste um noch Chancen auf den Titel zu haben, welches mein Ziel war. 1.e4 c5 2.Sf3 g6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Auch gut möglich ist 4.Dxd4. Hier befinden wir uns in der beschleunigten Drachenvariante in der Sizilianischen Verteidigung. Hier fühlte ich mich wohl, da ich diese Eröffnung vorbereitet hatte und auch viel Erfahrung in dieser Eröffnung besitze. 4…Sc6 5.Sc3 5.c4 geht in den Maróczy-Aufbau über, der Weiß Raumvorteil und leichte positionelle Vorteile bietet. Ich wollte aber lieber eine schärfere Variante spielen. 5…Lg7 6.Le3 Sf6 7.Sxc6 Die Hauptvariante ist 7.Lc4. 7…bxc6 8.e5 Sg8 [ 8…Sd5 9.Sxd5 cxd5 10.Dxd5 Tb8 11.0-0-0 Nach Sd5 entsteht nach dem Bauernopfer eine sehr scharfe und offene Stellung. ] 9.f4 Sh6 10.Dd2 0-0 11.0-0-0 Die entgegengesetzten Rochaden sind ein typisches Merkmal der Dracheneröffnung. Während Weiß versucht den gegnerischen König am Königsflügel anzugreifen, versucht Schwarz den weißen König am Damenflügel anzugreifen. 11…d6 12.Lc4 Sf5 [ 12…dxe5?? 13.Dxd8+- ] 13.Lf2 c5!? Mein Gegner spielte bisher alle Züge relativ schnell, wodurch mir klar war, dass er noch in seiner Theorie war. Mich überraschte der Zug c5, hatte ich eher mit h5 gerechnet, um g4 zu verhindern. Die Idee von c5 ist dem Springer auf f5 noch ein zusätliches Feld auf d4 zu ermöglichen. [ 13…h5!? ] 14.h4 [ 14.g4?! Sd4 15.Lxd4? cxd4 16.Dxd4 Lxg4 17.Tde1 dxe5 Schwarz steht wegen seiner aktiveren Figuren und der besseren Bauernstruktur klar besser. Daher entschied ich mich den Angriff auf den König anders zu beginnen. ] 14…Lb7 15.e6 [ 15.h5!? Ist auch eine Möglichkeit den Angriff fortzusetzen, aber nach dxe5 16.De2 Db6 sah ich keine konkrete Fortsetzung. ] 15…Lxg2 [ 15…fxe6? 16.Lxe6+ Kh8 17.h5 ] [ 15…f6 16.h5 ] 16.exf7+ Kh8?! [ 16…Txf7! 17.Thg1 Lf3 18.Lxf7+ Kxf7 19.Tde1 unklar. Am Brett sah ich auch keine andere Option als Kh8, aber der Computer findet noch Txf7 für Schwarz und sieht die entstehende Stelung als unklar an. Weiß hat zwar mehr Material aber die schwarzen Figuren stehen aktiv. ] 17.h5! [ 17.Thg1 Lf3 18.Tde1 Tb8 unklar ]
(Diagramm)

Nach 17.h5. Weiß öffnet die h-Linie gegen den schwarzen Monarchen

Ich sah hier die Möglichkeit meinen Angriff fortzusetzen indem ich meinen Turm gegen den Läufer opferte. Auch wenn ich nicht alle Varianten bis ins letzte durchrechnen konnte, wollte ich die Linien auf den gegnerischen König weiteröffnen. 17…Lxh1 18.Txh1 gxh5 [ 18…h6 19.hxg6+- Sd4?? 20.Lxd4 cxd4 21.f5 dxc3 22.Txh6+ Lxh6 23.Dxh6# ] 19.Se4!? Hier entschied ich mich nach langem Überlegen für Se4 um meinen Springer über g5 in den Angriff einzuschalten, da der Springer auf c3 wenig machte. [ 19.Txh5! Sh6 20.Dd3+Ist noch ein bisschen besser als Se4. ] 19…Sh6 Nach langem Überlegen entschied sich mein Gegner hier für diesen Zug, nachdem seine Stellung wohl verloren ist. Besser wäre gewesen: [ 19…d5! 20.Lxd5 e6 21.Lxa8 Beide hatten wir d5 gesehen, welches wir in unsere Analyse danach feststellten. Wir waren uns beide einig das Weiß hier auch auf Gewinn stehen muss. Es wäre trotzdem noch die beste Idee
gewesen um die Koordination der weißen Figuren zu stören. ] 20.Sg5! Mein Springer steht nun sehr aktiv auf g5 und es drocht neben Se6 auf immer Dd3 nebst Dxh7 Matt. 20…Dc8 21.Le6! Df5 wird verhindert. 21…Da6 Nimmt der weißen Dame das d3 Feld weg. Daher suche ich mir ein anderes Feld auf der Diagonale b1-h7. [ 21…Db7 Sieht auf den ersten Blick wie ein gefärhlicher Doppelangriff auf den Bauern b2 und den Th1 aus. Aber es geht einfach: 22.Dd3!! Dxh1+ ( 22…Dxb2+ 23.Kd1 Db1+ 24.Ke2+-; 22…Lxb2+ 23.Kd1 Dxh1+ 24.Ke2+- ) 23.Kd2+- Und Schwarz kann in allen Varianten das Matt auf h7 nicht verhindern. ] 22.c3! Tab8 (Diagramm)

Nach 22….Tab8. Mit welchem Zug macht Weiß den Sack zu?

 

23.Dc2 Schwarz kann nichts gegen Dxh7# machen und gab daher auf. Leider reichte mir dieser Sieg, nicht zum Titel, da meine Konkurrenten nicht mitspielten. Aber es reichte mir trotzdem zu einem tollen 2.Platz und die Partie zeigt auch, das man im Schach immer mutig und auf Matt spielen sollte.

Hier der Link zum Ausdrucken: Cedric Oberhofer – Patrick Terhuven

 

(von Cédric Oberhofer)

 

 

 

Eric Navarro Jahnke – Deutscher Vizemeister ODJM C

Vom 8.6. bis 16.6. nahm ich an der Offenen Deutschen Jugendmeisterschaft U25 –C (bis 1400 DWZ) in Willingen teil. Ich startete mit einer DWZ von 1284 auf Rang 15.

An der DJEM war toll,dass das Hotel cool und groß war: Es gab ein Hotelschwimmbad, gutes Essen und geräumige Zimmer, so dass ich dort mit meinen Eltern und beiden Geschwistern übernachten konnte.

Zudem war das Turnier super oganisiert:

In der sogenannten „Freizeithöhle“, einer Halle, die zum Hotel gehörte, konnte man Tischtennis, Fußball, Federball oder Gesellschaftsspiele wie z.B. Werwolf, Monopoly, Orange Stories und Uno spielen.

Es wurde auch eine Exkursion zur Sommerrodelbahn in Willingen organisiert. Dort ging es rasant die Bahn hinunter.

Den Spielern konnten Brettnachrichten geschickt werden, die diese kurz vor Beginn der Partie ans Brett zugestellt bekamen. An einem Tag erhielt ich 4 (!) Brettnachrichten. Das hat mich wirklich motiviert.

Jeden Morgen zum Frühstück gab es den „Freibeuter“, eine Zeitung, in der das kommentiert war, was bei der DJEM passiert war, die beste Partie des Vortages vorgestellt wurde oder was am jeweiligen Tag anstand.

Die Partien der ersten 6 Bretter in der U25 ODJM- C wurden live im Internet übertragen. Sechs meiner neun Partien konnten live angeschaut werden.

Jeder Spieler hatte sein Profil mit Foto auf der DJEM-Seite. Dort standen die Ergebnisse, die immer sofort aktualisiert wurden.

Bei dem Turnier war es mir wichtig, viel Spaß zu haben. Deshalb verbrachte ich viel Zeit mit meinem Freund Noah Kamleiter. Das war anscheinend das Geheimrezept, denn ich wurde Zweiter! Dies bedeutete, dass ich bei der Siegerehrung auf die Bühne gerufen wurde.

Leider wurde die ODJM U25-C als letzte Kategorie geehrt. Das Warten erschien mir unendlich. Dann war es soweit. Ich wurde aufgerufen mit den Worten „Und auf dem 2. Platz, aus Bayern, aus Ingolstadt: Eric Navarro Jaaaahnke!!“

Vier Freunde und mein Bruder Leo bildeten einen Kreis um mich und begleiteten mich bis vor die Bühne. Musik wurde gespielt. Aufregend!

Als einer der Gewinner durfte auch ich zusammen mit anderen Preisträgern ein Spiel spielen: Unsere Gruppe spielte eine Blitzpartie (Kondi-Blitz) gegen den GM Andreas Heimann. Wir verloren leider, aber es machte Spaß – wie das ganze Turnier!

Ich fand es sehr spannend, wie mein Bruder Leo bei der U10 gespielt hat, wo er sogar den späteren deutschen Meister geschlagen hat!

Meine schönste Partie war die letzte – gegen Vanessa Fooß.

Hier die kritische Stellung, wo ich mit Schwarz dran war und den Punkt nach Hause bringen konnte. 

Nach 10. Se2. Mit welchem starken Zug gewinnt Schwarz?

Fooß, Vanessa (1296) – Navarro Jahnke, Eric (1284) [D30]

ODJM C Willingen (9, 3)

1. d4 d5 2. c4 e6 3. e3 Sf6 4. Sf3 c5 5. b3 Sc6 6. Sc3 cxd4 7. Sxd4 Lb4 8. Ld2 Sxd4 9. exd4 Da5 10. Se2 Se4 11. Lxb4 Dxb4+ 12. Sc3 Dxc3+ 13. Ke2 Db4 14. Ke3 O-O 15. Ld3 f5 16. f3 Sf6 17. Tc1 Te8 18. h4 e5 19. dxe5 Txe5+ 20. Kf4 Dd6 21. Kg5 f4+ 0-1
 
(von Eric Navarro Jahnke, Partie ergänzt)

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