Schon 2024 erschienen die DVM-Ergebnisse außergewöhnlich gut. In 2025 noch eine Steigerung zu erleben, ist schon etwas Besonderes. Insgesamt traten 19 Teams (eines mehr als 2024) aus 14 bayerischen Vereinen an den verschiedenen Austragungsorten an. Bis auf die U20w, die ohnehin offen ausgetragen wird, wurden alle Altersklassen besetzt.
Am Ende sammelten die bayerischen Vertreter einen Deutschen Meistertitel, einen Vizetitel und insgesamt vier 3. Plätze ein. Und nicht nur in der Spitze waren die Teams erfolgreich. Nahezu alle teilnehmenden Vereine belegten Tabellenplätze in der ersten Hälfte des Teilnehmerfeldes und in einigen Fällen platzierten sich die Zweitplatzierten, Nachrücker oder Freiplatzinhaber vor den Bayerischen Mannschaftsmeistern der jeweiligen Altersklasse. Das ist ein Zeichen für hohe Qualifikationshürden in Bayern und Rahmenbedingungen, in denen „Konkurrenz das Geschäft belebt“. Es ist aber auch das Ergebnis von „flächendeckend“ guter Jugendarbeit. Anders als in so manchem Bundesland werden die Erfolge zudem nicht Jahr um Jahr von wenigen großen Schachvereinen errungen, die parallel mit vielen Mannschaften an den Start gehen. Sie verteilen sich im Gegenteil fast schon „gerecht“ über viele Bezirke und Regionen. Großstadtvereine sind ebenso vertreten wie Vereine in kleinstädtischen und ländlichen Regionen. In der Folge stehen immer wieder andere Vereine in den bayerischen und nun auch in den deutschen Siegerlisten.
Neuer deutscher Vereinsmeister in der Königsklasse U20 wurde in Rotenburg (Wümme) der SC Noris-Tarrasch Nürnberg 1873. Gestartet von Setzlistenplatz 3 holte das Team um WGM Yelyzaveta Hrebenshchykova 12 Mannschaftspunkte und damit einen mehr als die Konkurrenz. Insgesamt fünf der sechs Siege wurden in der knappsten möglichen Konstellation von 3,5 Brettpunkten erzielt. Ein gutes Pferd springt bekanntlich nur so hoch, wie es muss. Da bis auf das erste Brett das Team auch noch im nächsten Jahr in der U20 startberechtigt ist, kann vielleicht auf eine Titelverteidigung gehofft werden.

Ergebnisse SC Noris-Tarrasch Nürnberg 1873 DVM U20
Der Vizemeistertitel in der U12 ging an den TV Tegernsee. Nach dem Deutschen Meistertitel in der U10 im vorletzten und in der U12 im letzten Jahr erschien dies zunächst als kleiner Rückschritt. Allerdings wurde dieser Erfolg am Turnierort Verden/Aller von Setzlistenplatz 4 und ohne ihr Ausnahmetalent und Spitzenbrett Tingrui Shen erreicht, was für eine große Dichte im Kader der Tegernseer spricht.

Ergebnisse TV Tegernsee DVM U12
Dritte Plätze eroberten der SK Germering in der U10, die U12w von SC Schwarz-Weiß Nürnberg Süd, die U14 des SK Kelheim und die Schachfreunde Roding in der U16w.
Die U10 des SK Germering mit ihrem Spitzenbrett und Bundesnachwuchskadermitglied Sara Vignesh ging in Stuttgart auf Punktejagd. Nach Setzlistenplatz 6, einem 3:1 Sieg gegen den späteren Deutschen Meister und einigen Wirrungen und Irrungen in der 6. Runde, sicherte sich das Team mit einem hohen Sieg zu Turnierende schließlich den Bronzeplatz.

Ergebnisse SK Germering DVM U10
Die U12w des SC Schwarz-Weiß Nürnberg Süd um Spitzenbrett Olha Ratushna kam als 3. der bayerischen Meisterschaft kurioserweise nur durch einen Nachrückplatz ins Feld und rollte dieses, nach einem kurzen Durchhänger in der ersten Runde, dann konsequent von Setzlistenplatz 6 auf. Ebenfalls bemerkenswert: Die Mädchen holten alle Brett- und damit auch alle Mannschaftspunkte auf den Positionen 1-3. Das vierte Brett (aus dem sehr jungen Jahrgang 2017) durfte Erfahrung für die hoffentlich erfolgreiche Zukunft sammeln.

Ergebnisse Schwarz-Weiß Nürnberg DVM U12w
Das U14-Team des SK Kelheim bescherte seinem Verein in Plauen mit dem dritten Tabellenplatz den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Schon mehrfach hatten Teams des Vereins bei der DVM mitgespielt, oft wurde das Podium knapp verpasst. Nun konnte von Setzlistenplatz 7 aus mit nur einer Niederlage zum ersten Mal ein Podiumsplatz erreicht werden.

Die U16w-Mannschaft der Schachfreunde Roding startete in Chemnitz von Setzlistenplatz 12 aus. Dies war dem Umstand geschuldet, dass das vierte Brett noch nicht über eine DWZ, aber offenbar über viel Potenzial verfügte. Die bayerischen Vizemeisterinnen zeigten ein harmonisches Mannschaftsgefüge, steckten eine Niederlage in der 2. Runde weg und konnte in einem Herzschlagfinale (das letzte spielende Brett entschied über die Platzierung) den Pokal für den dritten Platz erobern.

Ergebnisse Schachfreunde Roding DVM U16w
Weitere Spitzenplatzierungen holten die U14 (5.) des SK Gräfelfing und die U16 (6.) der Schachfreunde München.
Einen Gesamtüberblick über alle Platzierungen gibt es hier: DVM 2025 Landesverband Bayern
Man wagt ja kaum zu hoffen, dass sich ein derart gutes Abschneiden in 2026 wiederholen könnte. Aber nicht wenige der gemeldeten Teams sind auch zur nächsten DVM noch in der bisherigen Altersklasse startberechtigt – und wer weiß, vielleicht (oder eher hoffentlich) ist der Peak noch nicht erreicht. Man darf gespannt sein, was sich im Jahr 2026 noch alles entwickelt.
Fotos: Deutsche Schachjugend
